In Deutschland steigt mit wachsendem Einkommen auch der Steuersatz an. Das heißt, dass jemand, der wenig verdient, einen kleineren Anteil von seinem Einkommen ans Finanzamt abgeben muss als jemand, der besser verdient. Dieses Modell nennt sich Progression. (Noch nie gehört? Dann empfehlen wir, erst mal unter dem Stichwort Progression weiterzulesen.) Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Wie stark steigt der Steuersatz bei welcher Einkommenshöhe an? Wenn man sich das genau anschaut, stellt man fest, dass insbesondere bei den niedrigeren Einkommen der Anstieg des Steuersatzes sehr steil ist. Das heißt, dass dann schon bei kleinen Gehaltserhöhungen der Steuersatz gleich einen guten Sprung macht. Bei mittleren Einkommen ist die Progression dann flacher. Diese Kurve, die der Steuersatz macht, wird häufig als „Mittelstandsbauch“ bezeichnet. Der Mittelstandsbauch ist schon häufig Gegenstand von hitzigen politischen Diskussionen geworden, die immer im Hinblick auf eine möglichst „faire“ Verteilung der Steuerlast geführt werden (siehe Steuergerechtigkeit). Da man „fair“ natürlich unterschiedlich definieren kann, werden die Debatten wohl noch weitergehen.

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