Wer mehr verdient, muss auch mehr an die Gemeinschaft abgeben. Das ist das Grundprinzip der Steuergerechtigkeit. Der deutsche Staat hat sich allerdings sehr genau überlegt, wie groß das Kuchenstück sein soll, das ein jeder vom Einkommen abgibt. Bei Menschen, die wenig verdienen, geht ein kleinerer Anteil vom Einkommen weg, also ein kleines Kuchenstück. Wer viel verdient, muss ein größeres Stück von der Einkommens-Torte abgeben. Klar, als Geringverdiener macht die Grundversorgung (Lebensmittel, Miete, etc.) ohnehin schon eine größere Last im Verhältnis zum Einkommen aus. Dann haut die Steuer auch noch mal ganz anders rein als bei Besserverdienern. Daher ändert sich der Steuersatz in Abhängigkeit vom Einkommen, was sich Progression nennt. Das alternative Modell wäre Flat Tax, in dem der Steuersatz immer gleichbleibt. Was jedoch die angestrebte Steuergerechtigkeit gefährdet, ist, wenn die Preise in der Bundesrepublik ansteigen. Denn dann passen die Steuersätze (vor allem für die Niedrigverdiener) nicht mehr zur Kaufkraft. Eine solche Entwicklung nennt sich „kalte Progression“. In der Anpassung der Steuersätze oder Freibeträge sucht man gerne ein Gegenmittel gegen die kalte Progression, damit die Steuergerechtigkeit wiederhergestellt wird.

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