Heiraten wegen der Steuer? Klingt unromantisch, trifft aber vielleicht doch auf mehr Paare zu, als man denken würde. Doch wie funktioniert die Steuererleichterung für Ehepaare eigentlich genau? Eheleute haben die Möglichkeit, ihr Einkommen in der Zusammenveranlagung zu versteuern. Wie der Begriff vermuten lässt, werden ihre Einkünfte zusammengerechnet. Und dann lässt sich noch das berühmte Ehegatten-Splitting anwenden. Das heißt, dass der Gesamtbetrag dann wieder aufgeteilt wird, sodass auf jeden Kopf genau die Hälfte gerechnet wird. Das erscheint irgendwie umständlich: Warum erst alles zusammenwerfen und dann wieder teilen? Der Grund ist, dass Ehepaare, die sehr unterschiedlich hohe Einkommen haben, auf diese Weise ihr Einkommen gleich verteilen können. Damit gilt für beide derselbe Steuersatz. Andernfalls würde das höhere Einkommen mit einem höheren Steuersatz besteuert, wodurch sich untern Strich eine größere Steuerlast für das Paar ergibt. Die unterschiedlichen Höhen der Steuersätze sind durch die Progression begründet. In manchen politischen Lagern wird das Ehegatten-Splitting kritisch diskutiert. Es wird die Frage aufgeworfen, warum ausgerechnet Paare mit unterschiedlich hohen Einkommen profitieren sollen. Doch sollte man den Splitting-Tarif deshalb abschaffen? Oder wäre es besser, die Steuerbegünstigung auch auf andere Ehepaare ausweiten? Und schon steht man mitten in politischen Diskussionen, die gerne mit viel Temperament geführt werden.

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